Frankfurts Osten: Immer in Bewegung

Ausblick

Auf dem noch brachliegenden Gelände des Honselldreieck an der östlichen Seite (westlich ist die EZB) soll auf einer Gesamtfläche von gut 80.000 Quadratmetern ein Einkaufszentrum mit einer Gesamtinvestition von ca. 180 Millionen Euro entstehen.

2016 – Neugestaltung des Danziger Platz. Der ehemalige Bahnhof aus den 1960er Jahren soll endlich zeitgemäß renoviert werden. Seit 20 Jahren ein Dauerthema im Ortsbeirat 4. Bei der Neugestaltung soll hier der Frankfurter Grüngürtel geschlossen werden, so dass man vom Ostpark zum Hafenpark nahtloses Grün schafft.

2016 – Fertigstellung der nordmainischen S-Bahn-Strecke.

2012 – Jubiläum Osthafen

Der größte Hafenteil im Osten der Stadt feierte 2012 sein 100-jähriges Bestehen. Doch bereits seit dem Mittelalter ist Frankfurt eine Hafenstadt mit großer Bedeutung für die Region. Heute arbeiten auf 162 Hektar Hafengebiet im Osten und im Westen der Stadt etwa 8000 Arbeitnehmer in rund 110 Unternehmen. Der Frankfurter Hafen ist der größte hessische Binnenhafen und mit einem Güterumschlag von jährlich vier Millionen Tonnen per Schiff und Bahn stets unter den Top Ten der deutschen Binnenhäfen. Mit ihrem klaren Bekenntnis zum Hafen hat die Stadtverwaltung Ende 2013 verdeutlicht, dass der Hafen als Bestandteil des logistischen und industriepolitischen Konzepts der Stadt von zentraler Bedeutung ist und für anderweitige Nutzungen bis 2050 und darüber hinaus nicht zur Verfügung steht. Gleichsam öffnet sich der Hafen, seit 2001 in der Verwaltung der HFM Managementgesellschaft für Hafen und Markt, immer mehr für seine Nachbarn: Neben kleinen Veranstaltungen für interessierte Schüler, Studenten und Fachpublikum werden regelmäßige Führungen durch den Osthafen angeboten. Zudem lädt die HFM im zweijährigen Rhythmus alle Frankfurter und Hafenfreunde aus der Umgebung zum großen Hafenfest ein.

Baubeginn der nordmainischen S-Bahn-Strecke. Die Kosten dafür belaufen sich laut Deutsche Bahn auf etwa 350 Millionen Euro. Davon trägt rund 60% der Bund, den Rest teilen sich Land und Kommunen. Eine besondere Herausforderung wird die Tunnelstrecke unter dem Danziger Platz.

Fertigstellung und Bezug Dock 2.0, des Bürohauses im Containerstil am Hafenbecken.

Der Outdoor-Spezialist Globetrotter eröffnet im Frühjahr seine neue Verkaufsfläche (4.150 qm!) in der Hanauer Landstraße/Ecke Grusonstraße. Hier erwartet den Naturliebhaber u.a. eine Kältekammer. Weiter vorne auf der Hanauer wird die alte Reithalle ab März zum Outlet des größten europäischen Outdoorhändlers.

Im Frühjahr Baubeginn der Mainbrücke Ost.

Planung des Umbaus des Kaiserleikreisels sowie die Erneuerung von Zufahrtsstraßen und Autobahnauf- und Abfahrten. Kosten: rund 25 Millionen Euro. Die Städte Offenbach und Frankfurt haben erreicht, dass das Bauvorhaben wegen der hohen Kosten in den Bundeshaushalt 2013 aufgenommen wird. Unklarheiten gibt es zwischen Offenbach und Frankfurt noch wegen der Änderung des Grenzverlaufs beider Städte.

2011 – Automeile wird zum Treffpunkt der Hochkaräter der Automobilbranche – Frankfurt wird zur „green city“

Im Frühjahr ist Baubeginn für den Hafenpark. Wo bis 2003 Autos geschreddert wurden, soll nun auf der 4ha großen Fläche ein Volkspark für alle entstehen. Die Stadt investiert rund acht Millionen Euro in Wiesen und Sportplätze. 2012 sollen im Sommer die ersten Skater den 5.000qm großen „concrete jungle“ nutzen können. Mit dem Hafenpark, so äußern sich die Bürger, sei Frankfurt weiter auf dem Weg zur „Green City“.

Der Projektentwickler Groß&Partner beginnt im April mit dem Bau von Dock 2.0. Direkt am Hafenbecken an der Lindleystraße soll ein sieben-geschössiges Gebäude im Containerstil entstehen.

Das geplante Bürohaus „Seewerk“ des Projektentwicklers OFB ist etwas umstritten. Denn der sechs-geschössige Bau soll direkt am Ufer des Schwedlersees entstehen. Kritiker mahnen die Idylle der städtischen Oase an.

Planungen des Stuttgarter Autobauers: Mercedes will sich vergrößern und wird von der Hanauer Landstraße an den Kaiserlei-Kreisel ziehen. Der Stern bleibt also im Ostend. Dem Premiumautohersteller liegt Frankfurt am Herzen, denn nirgendwo gibt es derartige viele Großkunden wie hier.

Auch Opel vergrößert seine Geschäfts- und Verkaufsräume auf der Hanauer Landstraße. Der Autokonzern investiert ca. 1,4 Millionen Euro in den Umbau.

Mc Laren, Sportwagen-Tochter des Rennstalls kommt auf die Hanauer Landstraße. Die exklusive Marke mit nur 70 Verkaufsstandorten weltweit, bezieht das ehemalige Mercedes-Terrain am westlichen Entrée der Hanauer.

Aus dem alten Arbeitsamt am nördlichen Ende der Flößerbrücke soll ein elegantes Wohnhaus werden, das zum Hafencharme des Ostends passt. Bezug der 100 Wohnungen (2-4 Zimmer, ca. 13 Euro/qm) und des Supermarktes im Erdgeschoss soll 2012 sein.

Der für den Sommer geplante Baubeginn des Einkaufszentrums mit dem Projektnamen „Main Square“ am Honselldreieck wird verschoben. Der Hamburger Investorengruppe B&L will hier ein rund 82.000 qm großes Gebäude mit Einkaufszentrum, Parkhaus und Programmkino bauen. 800 Arbeitsplätze sollen hier entstehen.

Das Ostend wächst stetig weiter und um den urbanen Entwicklungen standzuhalten, müssen städtebauliche und verkehrstechnische Veränderungen her.

Im September ist Spatenstich für die Mainbrücke Ost, geplante Baukosten: 36 Millionen Euro. Die 170 Meter lange, filigrane Stahlbrücke nach den Vorschlägen des Architekten Ferdinand Heise soll ab 2012 das Ostend von der Hanauer Landstraße aus über die Honsellstraße mit dem Sachsenhäuser Deutscherrnufer und der Gerbermühlstraße mit Oberrad verbinden. Planungen für eine Mainbrücke an dieser Stelle gab es schon im Jahr 1907. Bei dem jetzigen Neubau soll die alte Honsellbrücke weitgehend erhalten bleiben.

Ebenfalls im Herbst ist Spatenstich für das Gastronomieprojekt an der Ruhrorter Werft. Das dreigeschossige Gebäude mit Panoramablick soll ein ganzjähriger Anziehungspunkt für Frankfurter und Touristen sein.

Pünktlich zum Weihnachtstourismus ist das B&B Hotel des Projektentwicklers Lang im vorderen Teil der Hanauer Landstraße fertig.

Ende des Jahres beziehen die Mitarbeiter der Werbeagenturen Leo Burnett (Deutschlandzentrale) und Publicis ihre Büros auf dem Kreativcampus Schwedler Carée.

Weil es in keinem anderen Frankfurter Stadtteil derzeit so viele Baustellen (und damit Investitions- und Entwicklungsaufschwung) gibt wie im Ostend, hat die städtische Baustellenkoordination eine gesonderte Arbeitsgruppe für die laufenden Bauprojekte im Ostend eingerichtet.

2010 – Die Euros rollen in Millionenhöhe

Projektentwickler Max Baum errichtet auf dem Schwedler Carré einen Campus für Unternehmen der Werbebranche.

Thomas Klüber, Besitzer des Szene-Lokals Walden in der Innenstadt, plant ein Gastronomieprojekt an der Ruhrorter Werft. Der Gastronom hat das Grundstück mit Erbpacht erworben und investiert rund 2,5 Millionen Euro.

Im Frühjahr ist Baubeginn des „Eastgate“ an der Ecke Honsellstraße/Hanauer Landstraße. Hauptmieter des 7-geschossigen, hochwertigen Bürohauses des Projektentwicklers Heinz-Günther Lang ist das Wirtschaftsprüfungsunternehmen BDO AG.

In Planung ist ein neues Designhotel direkt neben dem Goldman 25 hours. Beide Hotels werden eine Lobby nutzen. Investor Ardi Goldman hat das Motto „Legenden“ für sein neues Hotel ausgerufen. Designer Alexander Bernjus übernimmt die Ausstattung der 48 Zimmer.

Im Februar beginnen die Arbeiten der Großbaustelle an der ehemaligen Großmarkthalle. 185 Meter sollen sie in den Himmel ragen, die Doppeltürme der Europäischen Zentralbank. Für das 500 Millionen-Euro-Projekt haben sich rund 400 Unternehmen für die Bauleistungen beworben. Umgesetzt wird der Entwurf des Wiener Architekturbüros Coop Himmellb(l)au. 2014 sollen die 1800 Beschäftigen der EZB hier einziehen.

In der Verlängerung der Automeile Hanauer Landstraße eröffnet in Fechenheim die Klassikstadt - Automobile Kultur Erleben. In dem ehemaligen Backsteingebäude der Mayfarth’schen Landmaschinenfabrik investierte Marc Baumüller rund 10 Millionen Euro und hat einen Treffpunkt für alle und für Alles in Sachen Auto geschaffen.

Im November eröffnet Infinity seinen Showroom auf der Automeile Deutschlands. Der japanische Premiumautobauer erhöht damit die Präsenz von Automarken auf der Hanauer.

Spatenstich bei Audi. Der Ingoldstädter Autobauer will in zwei Jahren sein neues Autozentrum (27.000 qm) auf der Hanauer beziehen. Investitionssumme: 50 Millionen Euro.

Die Berliner Projektentwicklungsgescllschaft Premium Estate Development GmbH investiert rund 28 Millionen Euro in den Bau der „Main Eastside Lofts“. Die 78 Wohn- und 13 Gewerbelofts am Ostehafenplatz sollen Ende 2010 bezugsfertig sein.

2009 – Und immer weiter

Investor, Visionär und Mann der ersten Stunde an der EASTSIDE, Ardi Goldman, plädiert für den Ausbau der angrenzenden Straßen der Hanauer. Auch, aber nicht nur wegen der Erreichbarkeit der EZB ab 2014. Ebenso sieht er an den Rändern der Hanauer Landstraße Chancen für städtebauliche Entwicklungen.

In Planung: Der Berliner Investor Premium Estate GmbH will mit Wohnlofts am Osthafenplatz der Entwicklung der Hanauer neuen Schwung geben.

Die Stadt schreibt den Planungswettbewerb für den Hafenpark aus. Hier können auch die Bürger mitbestimmen, wie ab 2011 die Freizeitfläche zwischen Deutschherrn- und Honsellbrücke aussehen soll.

Investor Marc Baumüller eröffnet sein zehn Millionen-Euro-Projekt: Die "Klassikstadt". Hier dreht sich alles um Odltimer, inklusive Werkskantine.

Der Fitnessstudiobetreiber Fitness-First eröffnet seine Deutschland-Zentrale auf der Hanauer.

2008 – Noch mehr Investitionen

Der Hamburger Investor BEOS kauft rund 65.000 qm Fläche an der EASTSIDE. Mit dem "Campus Oberhafen" entsteht ein neuer Bio-Technologie-Standort. Mit "Dock 2.0" an der Lindleystraße, parallel zur Hanauer, plant Projektentwickler Jürgen Groß in Häusern, die wie aufgetürmte Schiffscontainer wirken, Leben und Arbeiten am Fluss. Rund 60.000 (!) Artikel auf 5.300qm: Der größte EDEKA-Markt im Rhein-Main-Gebiet eröffnet an der Ferdinand-Happ-Straße, parallel zur Hanauer Landstraße.

Die Wirtschaftsförderung Frankfurt setzt ein Signal für den Stadtteil Ostend, für die EASTSIDE, und bezieht ihre Räume im 12. Stock des Lighttower.

2007 – Die Hanauer - Automeile Deutschlands

Die Fiat Group Automobiles Germany AG verlegt ihre Deutschlandzentrale von Heilbronn auf die Hanauer Landstraße. Der Sportwagen-Hersteller Wiesmann eröffnet seinen Showroom. Mit dem japanischen Edelautobauer Lexus kommt eine weitere Marke auf die Hanauer. Die DEKA Immobilien Investment GmbH stellt den 75 Meter hohen, grundsanierten Lighttower vor. Die Hotelkette Motel One baut ein 189-Zimmer-Haus. Nach sechs Jahren Bauzeit wird die neue, vergrößerte Straßenbahnhaltestelle Ostbahnhof fertig gestellt.

2006 – Die Planungen gehen weiter

Das Designhotel Goldmans 25hours mit angeschlossenem Szene-Restaurant eröffnet. Jedes der 49 Hotelzimmer hat je eine Frankfurter Persönlichkeit als "Zimmerpaten" und ist liebevoll individuell gestaltet. Die Planungen des Frankfurter Architekten Ferdinand Heide für die Mainbrücke-Ost beginnen. Sie soll die EZB und das umliegend neu entstehende Quartier erschließen und ab 2012 das Ostend mit Sachsenhausen verbinden. Auf großes Bürgerinteresse stoßen die regelmäßigen Führungen der Volkshochschule rund um die Hanauer, die den Gegensatz von alt und neu erlebbar machen. Die Hanauer ist auf tausend Metern eine Fitness-Meile. Fünf Fitness-und Wellness-Center sind inzwischen hier angesiedelt.

2005 – Eine Neueröffnung nach der anderen

Mit der Eröffnung des Honda-Centers an der Hanauer Landstraße 222 und der Fertigstellung des Accent-Office-Centers an der Hanauer Landstraße 291-293 gewinnt die EASTSIDE gleich zwei neue architektonische Highlights. Auch das ebenfalls bezugsfertige UFO in der Carl-Benz-Straße sorgt mit seiner futuristischen Architektur für Aufsehen.

Der 75m hohe Lighttower, ein glitzernder Büroturm mit unverwechselbarer Silhouette stellt einen Kontrast zu den umliegenden Gebäuden dar.

Darüber hinaus startet die DEKA Immobilen Investment GmbH mit der Renovierung des Lighttowers an der Hanauer 126-128.

2003 – Gründung Eastside-Initiative

Unter dem Namen Eastside.Frankfurt finden sich elf Investoren und Projektentwickler zusammen, um gemeinsam das Standortmaketing für das Frankfurter Ostend noch mehr zu fördern. Die Mitglieder der Eastside.Frankfurt stehen stellvertretend für ein Investionsvolumen von rund einer Milliarde Euro (!). Die EASTSIDE entwickelt sich rasant weiter: Die Europäische Zentralbank zieht auf das Areal der Großmarkthalle, im Umfeld entstehen neue Wohnungen. Wohnen am Fluss - Projektentwickler planen das Stadtwerk, ein der UNION ähnliches, noch größeres Raumprojekt. Das ehemalige Raab-Karcher Gelände mit ca. 120.000 qm Bruttogeschossflächen wird bebaut. Für das Honselldreieck liegen neue Verkehrskonzepte vor. Mit diesen Perspektiven bleibt die "Hanauer" die sich am schnellsten entwickelnde Straße Frankfurts!

2002 – Erweiterung des Osthafens

Da der Frankfurter Westhafen aufgegeben wird und die Binnenschifffahrt weiterhin an Bedeutung gewinnt, wird der Osthafen modernisiert und erweitert. Das Konzept Hafen 2002plus sieht eine Trennung zwischen Unterhafen, in dem hochwertiges Stückgut umgeschlagen werden soll, und Oberhafen als Umschlagplatz für Massengüter und Recyclingprodukte vor.

2000 – Hotspot Hanauer

Mitten im Zentrum der knapp sieben Kilometer langen Hanauer Landstraße liegt die Keimzelle, mit der die Entwicklung der Eastside begann: Das Uniongelände. Seit ihrer Fertigstellung im Jahr 2000 ist die Union mit ihrem Piazza-Flair der Hot Spot der Hanauer. Auf dem ehemaligen Gelände des traditionsreichen Frankfurter Brauhauses (1909 durch Oberbürgermeister Franz Adickes eröffnet) entstand auf Initiative privater Investoren ein preisgekrönter Büro-, Loft- und Gewerbekomplex mit einer Bruttogeschossfläche von 25.000 qm. Behutsam integrierte Architekt Michael A. Landes die denkmalgeschützte historische Bausubstanz. Nun ist der alte Brauereischornstein das Wahrzeichen für einen Treffpunkt aus Kultur, Gastronomie, hipper Szene und kreativer Dienstleistung.

1995 – Gründung der IG Hanauer

Einige Anlieger der Hanauer Landstraße machen sich Gedanken, wie sich das Image der 6,8 km langen, geraden, etwas öden Straße ohne attraktives Gewerbe aufpolieren lassen könnte. Mit dem Ziel, den Standort im Ostend wirtschaftlich voran zu bringen, gründeten sie die private Interessengemeinschaft (IG) Hanauer Landstraße.

1994 – Der Boom beginnt

Die historische Bausubstanz des traditionsreichen Handelshauses der Messmer-Tee-Dynastie verwandelt sich in ein modernes Geschäfts- und Bürogebäude. Immer mehr kreative Branchen füllen sich angezogen vom morbiden Charme des einstigen Arbeiterviertels. Immer mehr und immer unterschiedlichere Branchen siedeln sich im Ostend an. Werbegiganten wie Saatchi & Saatchi, Bates und Thompson erobern sich die Hanauer und ihr Umfeld ebenso wie Architekten und Designer, Restaurants, Auto- und Möbelhäuser, Clubs, Fitness-Studios. Aus dem Blaumannquartier wird ein Kommunikations- und Dienstleistungsstandort.

1970-1990 – Aufschwung Ost

Der Standortwechsel vieler Betriebe in den 70er Jahren ist bedingt durch eine Deindustrialisierung im Quartier rund um die Hanauer Landstrasse. Wie in Soho NY und den Londoner Docklands entdeckten daraufhin Künstler und kreative Pioniere den Charme der alten Fabrikhallen und profitierten von den günstigen Ateliermieten. Eine neue Entwicklung im Quartier beginnt und Anfang der 1980er Jahre interessiert sich auch die Stadtplanung wieder für das Gebiet an der Hanauer Landstraße.

1963 – Hoher Besuch auf der Hanauer

Dicht gedrängt stehen die Frankfurter links und rechts der Fahrbahn und schwenken jubelnd Fähnchen. US-Präsident John F. Kennedy, begleitet vom hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn und Vizekanzler Ludwig Erhard, fährt am 25. Juni 1963 über die Hanauer Landstraße zum Frankfurter Römerberg, wo er im Rahmen seiner Europatournee eine Rede hält.

1939-1945 – Das schrecklichste Kapitel der Deutschen Geschichte

Die Großmarkthalle hatte, wie das übrige Ostend auch, eine für den Warentransport ideale Gleisanbindung an das Schienennetz der Reichsbahn. Dies machten sich die Nazis auf grausame Art und Weise zu nutze. Zwischen 1941 und 1945 fuhren von der Großmarkthalle aus Deportationstransporte jüdische Menschen in Konzentrationslager. Eine Gedenkstätte im Neubau der EZB soll daran erinnern.

Im 2. Weltkrieg riefen die Nazis auch im Ostend zum Boykott jüdischer Geschäfte auf.

Durch den Druck der Nationalsozialisten auf die Jüdischen Unternehmen, auf ihre Betreiber ebenso wie auf die Angestellten und die Arbeiter durch die brutale „Arisierung“ aller Traditionsunternehmen erlosch das jüdische Leben im Ostend.

1926-1928 – Großmarkthalle

Martin Elsaesser, Protagonist der modernen Architekturbewegung, baut 1926-1928 die Frankfurter Großmarkthalle in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hanauer Landstraße und dem neuen Osthafen. Mit ihren strengen geometrischen Formen ist sie ein herausragendes Beispiel für das Neue Bauen der späten Zwanziger Jahre und ein elementarer Bestandteil des architektonisch avantgardistischen "Neuen Frankfurt". Im Volksmund heißt die Großmarkthalle „Gemieskerch“ - Gemüsekirche. 75 Jahre verkaufen hier die Händler ihr Obst und Gemüse, 2004 wird die Halle geschlossen, der über eine halbe Milliarde teure Umbau beginnt. 2014 sollen rund 1800 Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank in den Bürokomplex einziehen.

1913 – Es geht um die Wurst

Seit 1913 wird im Hinterhof des Gebäudes Hanauer Landstraße 132 die inzwischen legendäre Rindswurst von Gref Völsings produziert. Es war damals die erste Metzgerei mit elektrischem Betrieb. Die Brühwurst besteht seit jeher nur aus Rindfleisch, damit gilt sie als koscher und konnte zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den vielen jüdischen Bewohnern und Arbeitern im Frankfurter Ostend genossen werden.

1912 – Der Osthafen wird eröffnet

Als der Westhafen nicht mehr ausreichte, musste ein zusätzlicher Hafen her. Ende des 19. Jahrhunderts begannen die Planungen und 1912 wurde der Osthafen, der größte Hafen Frankfurts, der etwa so groß war wie das damals bebaute Stadtgebiet, fertig gestellt.

4,5 Millionen Quadratmeter Landfläche und rund 340.000 Quadratmeter Wasser, das waren die Ausmaße des neuen Osthafens. Die offizielle Einweihung fand nach jahrelanger Bauzeit im April 1912 durch Kaiser Wilhelm II. persönlich statt.

Mit einer Korsofahrt von 15 Dampfern und einem Volksfest im neuen Ostpark wurde sie zur Krönung der spätwilhelminischen Erschließung des Ostends. Der Osthafen verfügt über vier Becken und eine eigene Hafenbahn, die den Transport zwischen den Binnenschiffen und dem Schienennetz der Deutschen Bahn sicherstellt.

1905-1910 – Erweiterung des Schienennetzes

Eine der wichtigsten infrastrukturellen Maßnahmen in Verbindung mit dem Hafenprojekt war die Errichtung des Hafenbahnhofes. Seit 1848 verfügte das Ostend bereits über einen Güterbahnhof. Nun kam die Hafenbahn dazu, die es dank des Anschlusses an das regionale Schienennetz ermöglichte, die Schiffsgüter direkt weiter zu transportieren. Damit verbunden war der Umbau der 1847 gebauten Bahnstrecke von Frankfurt nach Hanau. Um Platz für den Hafenbahnhof zu schaffen, wurden in den Jahren 1905-1910 die Gleise der Hanauer Bahn nach Norden verlegt.

Von nun an fuhren also Bahnen auf Schienen durchs Ostend, die letzte Pferdebahn stellte 1904 ihren Dienst ein.

1890-1900 Vom Ostend in die Welt hinaus

Aufgrund des stetig wachsenden Schienennetzes und der somit guten Infrastruktur vergrößerte sich das Gewerbegebiet im Osten immer weiter. Viele Nahrungsmittelgroßhandel- und Lebensmittelfabriken, die Stadt und Region versorgten, siedelten sich hier an. Otto Meßmer verschickte ab 1886 aus dem Warenlager in der Hanauer Landstraße seinen Tee in die Welt. Aber auch Fertigungsstätten entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Ostend, wie z.B. die Holzschneiderei von Philipp Holzmann, dem späteren Baukonzern.

1900 – Ostend das Blaumannquartier

Fertigung, Produktion und Arbeiter in Blaumännern prägten zunehmend das Ostend. Gleichzeitig zog sich ein wunderbarer Geruch über den alten Handelsweg. Wer die Hanauer Landstraße entlang ging, badete in einer bunten Duftmischung der dort gelagerten Waren wie Kaffeebohnen, Seifen und Wein sowie Apfelweinkeltereien – schon damals gab’s das „Frankfurter Stöffche“.

Von der Blüte der Gründerjahre im Quartier zeugten u.a. das Brauhaus, Voigt & Heffner, Fabrik für elektrotechnische Bauelemente, die Mühle der ehemaligen Hausener Mehl- und Brotfabrik, das Gaswerk Ost und die Gebäude der Deutschen Asphaltgesellschaft.

1870-1890 – Jüdisches Leben im Ostend

Während des 19. Jahrhunderts lebte ein Großteil der jüdischen Bevölkerung Frankfurts im Ostend. Die Unternehmer ergänzten das vorhandene Warenangebot und werteten mit kleineren Gewerbebetrieben mit Lacken und Farben, einer Bettfedern-Firma, einer Getreide- und Futtermittelhandlung und den Frankfurter Mühlenwerken der Gebrüder Wolff den Stadtteil im gewerblichen Handel erheblich auf.

1875 eröffneten die Gebrüder Rothschild ihre Chemische und Ölfabrik an der Hanauer Landstraße, kurz darauf entstand die Seifenfabrik Edelmuth & Oppenheim.

Viele jüdische Fabrikanten engagierten sich im sozialen und kulturellen Bereich, kümmerten sich um die Versorgung sozial Schwacher und gründeten wohltätige Stiftungen.

1848-1870 – Arbeiten und Wohnen in einem Stadtteil

Entlang dieser einzigen östlichen Ausfallstraße der Stadt entstanden im Laufe der Zeit, ebenso wie im Westen, neue Industrie- und Gewerbegebiete. Im 19. Jahrhundert gab es in Frankfurt kaum Rohstoffe. Man konzentrierte sich zunächst auf die Weiterverarbeitung etwa von Metall, Textil, Leder, Papier und Schmuck.

Wo die Menschen arbeiten, da wollen sie auch wohnen. So wuchsen nahe den Industriegebieten im Osten der Stadt Wohnsiedlungen mit günstigen Wohnungen. 1848 erhielt das Ostend einen Güterbahnhof, die Strecke führte zunächst nur von Frankfurt nach Hanau. Später wurde der Bahnhof an die Stelle des heutigen Ostbahnhofs am Danziger Platz verlegt und 1913 der Personenverkehr eingeführt.

1870 startete die Cassella-Farbfabrik mit 15 Arbeitern ihre Produktion im Fechenheimer Abschnitt der Hanauer Landstraße. 30 Jahre später beschäftigte das Unternehmen über 2000 Arbeitskräfte und erzielte 1908 einen Umsatz von 36,2 Millionen Goldmark.

1765 – Die Anfänge

Als Teil der wichtigsten europäischen Handelsverbindung von Westen nach Osten führte die "Hanauer" nahezu unbefestigt vom Allerheiligentor durch das Frankfurter Landgebiet bis zur städtischen Grenze an den Riederhöfen. Mit Pferdefuhrwerken und Planwagen brachten die Händler ihre Ware von der Messestadt Leipzig über Aschaffenburg, Gelnhausen und schließlich über die Hanauer Landstraße nach Frankfurt.

1765 ist der Feldweg ausgebaut und Napoleon marschierte darauf 1813 nach Frankfurt. Die Schlacht bei Hanau gewonnen, die bei Leipzig verloren, stärkte sich der Feldherr in der "Knalltüte" an der Mainkur. 1846 erhielt die Hanauer Landstraße ihren jetzigen Namen.